Diesen Schluck kann ich nicht ausspucken. Er krallt sich in mir fest, windet sich, wütet förmlich an meinen Synapsen mit seiner Informationsdichte, die sich aus strahlender Fruchtsäure und weißen Blüten konfiguriert. Ich schlucke jetzt vorsichtig und Lorch errichtet eine Kathedrale aus rheinischem Schiefergebirge an meinem Gaumen, die sich langsam in Bewegung setzt, abschmilzt und dann wie eine Spur aus Steinsaft in mich hineinfließt. Dieser Riesling ist Verdichtungskunst. Winzige Oberfläche, aber darunter gewaltige Ausmaße, die tief ins Erdinnere weisen. Ein Erdkilometer zum Trinken.

Auszug aus einem Artikel zur Mainzer Weinbörse … eine ergiebige Fundstelle der Redundanz … die Kommentare sind entsprechend

Deutscher Wein zwischen Blütensirup und Steinsaft„, Fabian Lange | Cornelius Lange in Zeit Online