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In Augusta werden die „Green Jackets“ gelüftet …

Chronistenpflicht eines jeden anständigen, (auch) dem Golf verschriebenen Blogs wäre es, sich dem in dieser Woche wieder inszenierten Masters Tournament in Augusta (US-Bundesstaat Georgia) zu widmen. Fakten, Legenden, gar Mythen sowie Pittoresken gibt es zuhauf zu reportieren rund um dieses erste der vier jährlichen „Major“-Turniere, wie sie der Nichtgolfer auch aus dem Tennissport kennt; Wettbewerbe, die ihre Sieger zu Sportlegenden machen, aber womöglich noch mehr tragische Gestalten gebären.

Sei es der gastgebende Augusta National Golf Club, diese „geschlossene Gesellschaft“ weniger, dafür außerordentlich begüterter und ausschließlich männlicher Mitglieder, die ihren Kreis nur per Einladung erweitern und als einer der letzten Golfzirkel der Welt den Namen ihres Sports als Akronym verstehen: G-o-l-f, Gentlemen only Ladies forbidden.

Oder die Anlage selbst, das Vermächtnis des Golf-Heroen schlechthin, Bobby Jones (1902 bis 1971), erbaut vom Briten Dr. Alister MacKenzie auf dem Gelände einer Baumschule, mit ihrer alljährlich pünktlich zum Turnier zauberhaft erblühten splendiden Flora von Azaleen, Magnolien und und und, die als bestgepflegter Golfplatz der Welt gilt, in den restlichen 50 Wochen des Jahres selbst von Mitgliedern und allenfalls deren Gästen nur spärlich bespielt wird und Außenstehenden sowieso nicht zugänglich ist.

Seien es die Triumphe und Dramen, die sich seit 1934 auf den 18 Bahnen zwischen „Tea Olive“ (Loch 1) und „Holly“ (Loch 18) sowie vornehmlich im „Amen Corner“ (Löcher 11 bis 13, „White Dogwood“, „Golden Bell“, „Azalea“) abgespielt haben, bevor dem jeweiligen Sieger ins „Green Jacket“, das wohl berühmteste Kleidungsstück des Sports, geholfen wird. Bislang unerreichte sechs Mal übrigens trug es Jack Nicklaus, zwei Mal allerdings auch Bernhard Langer als bislang einziger Deutscher.

Oder das ganze Drumherum in der Masters-Woche: Der graue Ticketmarkt für das chronisch auf Jahre ausverkaufte Turnier, das sonderbare Championsdinner, bei dem der Vorjahressieger allen bisherigen Gewinnern seine Leibspeise servieren lässt, was manchmal allerdings eher eine kulinarische Zumutung ist, das gelegentliche und bislang am Club rückstandslos abgeperlte Aufbegehren von Feministinnen, der ganze Aufwand von Fernsehen und sonstigen Medien, das in Tradition, Etikette und eigener Bedeutungsschwere versteifte Rumgestelze der Clubmitglieder, die ausschließlich während dieses Golf-Hochamts namens Masters ihre grünen Sakkos publikumswirksam „auslüften“ dürfen …

Von der Masters-Hysterie der weltweiten Golfgemeinde und Schwärmereien für Flair und Atmosphäre ganz zu schweigen.

Nur gut, dass sich dieses Blog allem möglichen, nur nicht einer sklavischen Chronistenpflicht (siehe Impressum) verschrieben hat.

The Masters Tournament im Internet